Prozess erneut vertagt: 9. Oktober 2019

Da der zuständige Staatsanwalt kurz zuvor versetzt wurde, konnte kein Abschlussplädoyer der Staatsanwaltschaft gehalten werden. Dies wird nun für den 9. Oktober erwartet.
Das Gericht traf keine weiteren Entscheidungen, obwohl entsprechende Anträge der Anwält*innen vorlagen, zum Beispiel zur Aushändigung von handschriftlichen Dokumenten der Angeklagten, die im Juli 2017 von der Polizei konfisziert und bislang noch unter Verschluss gehalten werden.

Aktuelles zu unserem Prozess findet Ihr auch immer
HIER auf der freeistanbul10.info – Website.

Mit Solidarität für Menschenrechte – Erzählkonzert | Dokumentation

Am 28. März 2019 berichtete ich in einem Erzählkonzert „Mit Solidarität für Menschenrechte“ in der Charlottenburger Trinitatiskirche über die Haftzeit in der Türkei, meine Erlebnisse in türkischen Gefängnissen und wie wir mit dem Unrecht umgehen konnten.

Das Albrecht Gündel – vom Hofe – Jazz-Quartett

  • Richard Maegraith [AUS] – Bass-Clarinette, Querflöte, Tenor-Saxophon
  • Robin Person [CAN] – Kontrabass
  • Tilman Person [GER] – Schlagzeug
  • Albrecht Gündel – vom Hofe [GER] – Klavier und Arrangements

gab während meiner Inhaftierung mehrere Solidaritätskonzerte in Berlin. Mit seinem Quartett spielte er in der Trinitatiskirche Jazz-Arrangements von Chorälen und Liedern der Bekennenden Kirche aus diesen Konzerten und Lieder, die für mich in der Haftzeit eine besondere Bedeutung haben.

Pfarrer Christian Zeiske moderierte und begleitete den Abend.

Teil des Abends war eine Solidaritätspostkartenaktion für die Kölner Sängerin Hozan Canê, die in der Türkei unrechtmäßig zu mehr als sechs Jahren Haft verurteilt wurde.

BITTE schreibt auch weiter Postkarten und Briefe an Hozan Canê (dies ist ihr Künsterinnenname, Saide Inaç ist ihr offizieller Name):

SAİDE İNAÇ
BAKIRKÖY KADIN KAPALI CEZAEVİ İNFAZ KURUMU
C-9 Koğuşu
Zuhuratbaba Mah. Dr. Tevfik Sağlam Cad. Lepra Hastanesi Yanı No: 28
Bakırköy/İstanbul
TÜRKEI

Wenn es geht, schickt die Postkarten oder Briefe als Einschreiben, da sie so bessere Chancen haben, anzukommen!
Bevor Ihr die Postkarte abschickt, macht bitte eine Kopie oder ein Foto davon und schickt diese an mich: aufarbeiten@panphotos.org
Ich leite sie dann an ihre Familie weiter.

Hier geht es zum PDF-Download des Liedblattes, das auch den Solidaritätsaufruf für Hozan Canê enthält.

Dank an Euch Alle, die Ihr bei diesem Erzählkonzert mitgewirkt habt!!!

Hier findet Ihr die Fotos von dem bewegenden Abend:

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Und hier gibt es die Audios zum Anhören:

00_Erzaehlkonzert_Komplett
01_Begruessung
02_Musik_Gelobt-Sei-Deine-Treu
03_Erzaehlung_Magie-Der-Solidaritaet
04_Musik_LiedZusammen_Der-Himmel-Geht-Ueber-Allen-Auf
05_Einfuehrung-Musik-Quartett
06_Musik_Korn-Das-In-Die-Erde
07_Erzaehlung_Solidaritaet-drinnen
08_Musik_The-River-Is-Flowing
09_Musik_Agnus-Dei
10_Erzaehlung_Solidaritaet-draussen
11_Musik_LiedZusammen_Wachet-und-Betet
12_Musik_Naeher-Mein-Gott-Zu-Dir
13_Erzaehlung_Herausforderungen-Der-Solidaritaet
14_Musik_Es-Mag-Sein-Dass-Alles-Faellt
15_Erzaehlung_Auswirkungen-Nachwirkungen 
16_Musik_LiedZusammen_We-Shall-Overcome
17_Solidaritaetsaktion_Fragen-Antworten_Danksagung
18_Musik_Oh-Freedom

Grausam inspirierend | Graphic novel: Zero Civilian Casualties – The hidden US war in Somalia

Während ich an der Konzeption des animierten Dokumentarfilms über meine Zeit in Haft (verknüpft mit mehreren Geschichten anderer Inhaftierter oder Familienangehörigen Inhaftierter, die bislang Tabu waren), lief mir diese Graphic Novel / Comic über den Weg:

Ihr findet die komplette Graphic Novel / Comic hier.

Prozess vertagt auf den 16. Juli 2019

Das ging diesmal noch schneller als bei der letzten Verhandlung. Einige kurze Statements der Verteidigung, dann entschied das Gericht die Vertagung auf den 16. Juli 2019. Gleichzeitig ordnete das Gericht auch das Plädoyer der Staatsanwaltschaft für diesen Termin an.

Aktuelles zu unserem Prozess findet Ihr auch immer
HIER auf der freeistanbul10.info – Website.

NEWSLETTER #05 | Januar – März 2019

Liebe Unterstützer*innen!
Jetzt habt Ihr lange nichts mehr von mir gelesen… dabei ist viel passiert in den letzten Monaten. An Veranstaltungen und Medienarbeit, Weiterentwicklungen beim preparing4prison-Guide und dem Kreativen Verarbeiten / Creative Coping. Gleichzeitig geht der Prozess gegen uns #Istanbul10 weiter und damit auch die Anspannung und Vorsicht.
Die finanzielle Unterstützung des vergangenen Jahres hatte ich nicht aufgebraucht und so trägt sie mich und tragt Ihr mich auch weitere in diesem Jahr. Weiterhin vielen Dank dafür!
Eine Veranstaltung in Berlin möchte ich Euch gleich am Anfang ans Herz legen: Am 28.3. machen Albrecht Gündel-vom Hofe und ich ein Erzählkonzert in der Trinitatiskirche in Charlottenburg: Herzliche Einladung hierzu und auch zum Lesen dieses Newsletters!


#1 ISTANBUL10

21. März 2019 | Der Prozess geht weiter
Morgen, am 21. März, ist es wieder so weit: Ein erneuter Verhandlungstag im Prozess gegen uns #Istanbul10 und Taner Kılıç. Im November wurde der Prozess vertagt, um noch die digitalen Gutachten zu konfiszierten Medien der Hausdurchsuchungen bei Teilen der türkischen #Istanbul10 einzubeziehen – ihre verzweifelte Suche nach Beweisen für Anklagen, die nicht zu halten sind. Unsere Anwält*innen erwarten maximal das Abschlussplädoyer der Staatsanwaltschaft inklusive Strafforderungen. Dann würde es noch mindestens einen weiteren Termin geben, der frühestens im Sommer 2019 erwartet wird – und vielleicht einen weiteren bis zur Urteilsverkündung. Und das Urteil kann von Freispruch bis zur Maximalstrafe von wohl 15 Jahren Haft für uns gehen. Beim momentanen politisch-juristischen Klima in der Türkei ist dies durchaus beunruhigend. Immerhin gab es mit der Freilassung von Adıl Demirçi (unter Justizkontrolle in Istanbul) am 14. Februar einen positiven Schritt in unserem Umfeld. Wir freuten uns doll mit ihm und seiner Familie, mit der wir in Kontakt stehen. Aktuelles zu unserem Prozess findet Ihr hier.


#2 PREPARING4PRISON – Guide

Nachdem Magdalena und ich erst einmal vor allem unsere Einsichten aufgeschrieben hatten, haben wir in den vergangenen Wochen Fragen für (ehemalige) Gefangene, deren Angehörige, für Anwält*innen und auch für Unterstützer*innen entwickelt und an die geschickt, die uns zugesagt hatten, am p4p-Guide mitzuarbeiten. Einzelne Rückmeldungen haben wir schon und freuen uns auf kommende, um die spannenden Einsichten und Erfahrungen der Anderen mit einarbeiten zu können!
Der p4p-Guide ist auch Teil unserer Beteiligung an der BergenAssembly. Dort werden wir dann hoffentlich nicht nur den „Teaser“ und die Website vorstellen können, sondern wir wollen uns vor allem auch mit Aktivist*innen in und um Bergen treffen und diskutieren. Dabei ist es uns wichtig, zu schauen, inwiefern die Inhalte und Formate des p4p-Guides auch für sie nutzbar sind und ob sie weitere Erfahrungen haben, die wir hinzufügen und damit mit Anderen teilen können. Spannend wird auch das Artwork, also die grafische Gestaltung des Teasers und der Website. Hierzu bin ich schon mit Grafiker*innen im Gespräch, um es möglichst treffend, verständlich und kreativ gestalten zu können. Was die Website angeht, werden wir sie vor allem für das Lesen am Smartphone optimieren, um die Zugangsschwelle möglichst niedrig zu halten.


#3 AUFARBEITEN DES GELERNTEN VON UNS #ISTANBUL10 UND KRISENTEAM

Auf einer ganz Anderen Ebene konnte ich in den letzten Tagen mein und unser Erfahrungswissen einspeisen: Ich habe an der Überarbeitung des DFAK mitgewirkt. Das DFAK? Das Digital First Aid Kit (Digitaler Erste-Hilfe-Kasten) gibt es seit 2014. Jetzt arbeiten wir an der Überarbeitung und dafür wird es auch einen Teil zu „Jemand, die/den ich kenne, wurde verhaftet“ geben. Hier geht es vor allem um die Auswirkungen und Folgen im Bereich der digitalen Sicherheit für die/den Verhafteten aber auch auf die Angehörigen und Kolleg*innen. Gleichzeitig gibt es aber auch Hinweise und Anregungen zur emotionalen Seite des Ganzen. Die drei Tage Schreiben – zum Teil gemeinsam mit Kolleg*innen – waren sehr gut aber auch sehr anstrengend. Die alte Version des DFAK findet Ihr unter anderem hier. Und sobald die neue Version online ist, teile ich Euch das mit. Was mich auch besonders motivierte, daran mitzuarbeiten, war, dass ich damit zum einen unsere Erfahrungen gleich an die Mitschreibenden und darüber auch an ihre Organisationen mitgeben konnte, und zum anderen, dass es auch ein Kapitel für den p4p-Guide werden wird.


#4 CREATIVE COPING & INSPIRATION

Fotostrecke zu Shrinking Spaces | Jahresbericht der Stiftung Nord-Süd-Brücken
Im Jahresbericht 2017 der Stiftung Nord-Süd-Brücken hatte ich die Gelegenheit, aus meinem Fotoarchiv Bilder zum Thema „Widening Spaces“ auszuwählen. Für mich spannend, wie meine Bilder aus verschiedenen Jahren und von sehr verschiedenen Orten mit den Inhalten der Stiftungsarbeit und der von ihr geförderten Organisationen in Verbindung treten. Hier gehts zum Blogpost mit dem Download aller Bildseiten des Jahresberichts.
Weitaus wichtiger sind jedoch zwei „Zufallsbegegnungen“, die mich sowohl für das Hängematten- als auch für das Dokumentarfilmprojekt voranbringen werden:
Über Freund*innen habe ich eine Künstlerin gefunden, die schon in Gefängnissen Hängematten mit den Insassen geknüpft hat (die dann im öffentlichen Raum genutzt wurden). Sie wird mir beibringen, wie ich stabile Hängematten knüpfen kann und was ich für die Materialien etc. zu beachten habe. Ich freue mich auf die ersten „Privat-Workshops“ in den kommenden Wochen.
Und auch für das Dokumentarfilmprojekt bin ich auf eine Filmemacherin gestoßen (worden), die Erfahrungen sowohl mit der Arbeit unter Shrinking Spaces, als auch mit der Gestaltung und Umsetzung von animierten Dokumentarfilmen hat. Sie wird mich in mehreren Workshops im Entscheidungsprozess begleiten und beraten, welchen Stil die Animation haben kann und wie der weitere Produktionsprozess hierfür aussehen wird. Eventuell könnte sie auch die Animation übernehmen.

Beide Fortschritte passen gut dazu, dass wir, Magdalena und ich, Anfang April zum ersten Planungs- und Kennenlerntreffen für die BergenAssembly nach Norwegen fliegen werden (im September zu den Hauptaktivitäten werden wir dann umweltfreundlicher unterwegs sein). Ich bin gespannt, was es dort an Verknüpfungen und Inspirationen mit den anderen Kunstschaffenden geben wird.

Aller guten Dinge sind 3: 3. Aufruf | Schickt mir Eure Solidaritätsbotschaften und Aktionen vom letzten Jahr!
Ja, ich weiß, einige von Euch haben schon reagiert…. aber… und … ich mag die anderen von Euch nochmals bitten (3. und letztes Mal ;-)): Schickt mir Eure Solidaritätsaktionen oder Hinweise zu anderen, von denen Ihr wisst! Gerne per Email oder auch per Post! Hier geht es zum Aufruf im Blog.


ÖFFENTLICHKEITSARBEIT & VERANSTALTUNGEN

Laudatio auf EIRENE | Dokumentation des Friedenspreises der Evangelischen Kirche Deutschlands jetzt verfügbar
Im vergangenen Oktober war ich eingeladen, die Laudatio des Friedenspreises der EKD auf den Friedensdienst EIRENE zu halten. Da einige nachgefragt hatten: Die Dokumentation ist jetzt erschienen. Ihr findet die Laudatio als PDF-Download im Blog.

Die Magie der Solidarität | Gemeinsame Veranstaltung mit Doğan Akhanlı im Januar

Ungefähr 100 Menschen kamen zu unserer Veranstaltung „Die Magie der Solidarität | Gespräch und Lesung“ Ende Januar in die Gethsemanekirche. Obwohl der riesige Raum nur zum Teil die Vertrautheit und Intimität erlaubte, die unsere Inhalte gerne gehabt hätten, war die Veranstaltung für uns ein voller Erfolg. Hier findet Ihr die vollständige Dokumentation mit Bildern und Tonaufnahmen. Und ich möchte Euch auch die solidarischer Unterstützung für Adıl Demirçi und Hozan Canê mit Briefen ans Herz legen. Im Blogpost findet Ihr die Adresse für Hozan, die immer noch in Haft für die Wiederaufnahme ihres Prozesses kämpft.

Friedensfilmpreis der Berlinale an brasilianischen Film „Espero tua (re)volta“ | Juryarbeit im zweiten Jahr
Wie im vergangenen Jahr war ich Teil der Jury für den Friedensfilmpreis der Berlinale 2019. Ein Geschenk, so viele tolle Filme schauen und mit meinen Mitjurymitgliedern Andreas Höfer, Helgard Gammert, Nora Al-Badri, Jean Peters, Lena Müller und Borbála Nagy diskutieren zu können!
Nicht leicht fiel uns die Entscheidung zwischen den drei Finalisten, so sprachen wir uns im Endeffekt für „Espero tua (re)volta | Your Turn“ als Gewinner aus. Die beiden Filme „Midnight Traveller“ und „Sistéme K“ erhielten lobende Erwähnungen. Hier geht es zum Blogpost mit unserer Begründung und der genialen Laudatio. Herzlichen Glückwunsch an Eliza Capai und ihr Team! Und alle drei Filme kann ich Euch nur wärmstens ans Herz legen!

Einladung 28.3.2019 Trinitatiskirche | Mit Solidarität für Menschenrechte – ein Erzählkonzert

Am Donnerstag, 28. März 2019 um 19 Uhr berichte ich in einem Erzählkonzert „Mit Solidarität für Menschenrechte“ in der Charlottenburger Trinitatiskirche über die Haftzeit in der Türkei, meine Erlebnisse in türkischen Gefängnissen und wie wir mit dem Unrecht umgehen konnten.
Jazz-Pianist Albrecht Gündel – vom Hofe, ein enger Freund von mir, musiziert an diesem Abend. Der Dozent für Mathematik an der TU-Berlin gab während meiner Inhaftierung mehrere Solidaritätskonzerte in Berlin. Mit zwei weiteren Musikern spielt er in der Trinitatiskirche Jazz-Arrangements von Chorälen und Liedern der Bekennenden Kirche aus diesen Konzerten und Lieder, die für mich in der Haftzeit eine besondere Bedeutung hatten.
An diesem Abend treffen aktuelle Gedanken, Texte und Lieder von uns zur Kraft von Solidarität und Menschenrechtsarbeit aufeinander – auch in Solidarität mit immer noch inhaftierten Musiker*innen und Menschenrechtsverteidiger*innen. Der Eintritt ist kostenfrei.

Mit dieser Einladung endet dieser fünfte Newsletter. Ich hoffe, dass ich Euch etwas inspirieren und auf dem Laufenden halten konnte.
Mit vielen solidarischen und dankbaren Grüßen,

Euer

Einladung 28.3.2019 Trinitatiskirche | Mit Solidarität für Menschenrechte – ein Erzählkonzert

Am Donnerstag, 28. März 2019 um 19 Uhr berichte ich in einem Erzählkonzert „Mit Solidarität für Menschenrechte“ in der Charlottenburger Trinitatiskirche über die Haftzeit in der Türkei, meine Erlebnisse in türkischen Gefängnissen und wie wir mit dem Unrecht umgehen konnten.

Jazz-Pianist Albrecht Gündel – vom Hofe, ein enger Freund von mir, musiziert an diesem Abend. Der Dozent für Mathematik an der TU Berlin gab während meiner Inhaftierung mehrere Solidaritätskonzerte in Berlin. Mit zwei weiteren Musikern spielt er in der Trinitatiskirche Jazz-Arrangements von Chorälen und Liedern der Bekennenden Kirche aus diesen Konzerten und Lieder, die für mich in der Haftzeit eine besondere Bedeutung haben.

An diesem Abend treffen aktuelle Gedanken, Texte und Lieder von uns zur Kraft von Solidarität und Menschenrechtsarbeit aufeinander – auch in Solidarität mit immer noch inhaftierten Musikern und Menschenrechtsverteidigern. Der Eintritt ist kostenfrei.

Und hier geht’s zu den Veranstaltungsankündigungen
in der Berliner Morgenpost
in der Berliner Woche
im Berliner Abendblatt

Bildstrecke WIDENING SPACES | Jahresbericht der Stiftung Nord-Süd-Brücken

Im Jahresbericht 2017 der Stiftung Nord-Süd-Brücken hatte ich die Gelegenheit, aus meinem Fotoarchiv Bilder zum Thema „Widening Spaces“ auszuwählen. Für mich spannend, wie meine Bilder aus verschiedenen Jahren und von sehr verschiedenen Orten mit den Inhalten der Stiftungsarbeit und der von ihr geförderten Organisationen in Verbindung treten.

Friedensfilmpreis 2019: Espero tua (re)volta | Juryarbeit auf der Berlinale

Wie im vergangenen Jahr war ich Teil der Jury für den Friedensfilmpreis der Berlinale 2019. Ein Geschenk, so viele tolle Filme schauen und mit meinen Mitjurymitgliedern
Andreas Höfer, freier Kameramann, Fotograf
Helgard Gammert, Medienpädagogin, Betreiberin des Bali-Kinos Berlin
Nora Al-Badrimultidisziplinäre Konzeptkünstlerin
Jean Peters, Politikwissenschaftler, Mitglied des Peng! Kollektiv
Lena Müller, Filmemacherin und Produzentin
Borbála Nagy, Regie-Studentin (dffb)
diskutieren zu können!

Nicht leicht fiel uns die Entscheidung zwischen den drei Finalisten, so sprachen wir uns im Endeffekt für „Espero tua (re)volta | Your Turn“ als Gewinner aus. Die beiden Filme „Midnight Traveller“ und „Sistéme K“ erhielten lobende Erwähnungen.

Hier findet Ihr die offiziellen Informationen zu den Filmen, dem Filmpreis und auch die Laudatio!

Hier einige fotografische Eindrücke der Preisverleihung:

Und hier könnt Ihr die Laudatio nachhören!

DANKE! Ein voller Erfolg: 26.1.2019 – Berlin, Gethsemanekirche | Die Magie der Solidarität mit Doğan Akhanlı & Peter Steudtner

Ungefähr 100 Menschen kamen zu unserer Veranstaltung

Die Magie der Solidarität | Gespräch und Lesung mit Doğan Akhanlı und Peter Steudtner

vor zwei Tagen in die Gethsemanekirche!

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Auch der RBB berichtete: https://www.rbb-online.de/rbb24/archiv/20190126_2150/steudtner.html. Leider erwähnten sie weder Doğan Akhanlı und Dilan Görs noch unsere Solidaritätsaktion für Adıl Demirçi und Hozan Ĉane.

Und hier noch eine Bitte: Adıl und Hozan freuen sich über alle Post, die sie bekommen – und auch über die, die sie nicht bekommen, die aber den Behörden in der Türkei klar machen, dass sie bekannt sind und nicht vergessen!

Briefe an Hozan (das ist ihr Künstlerinnenname, ihr formaler Name ist SAİDE İNAÇ):

SAİDE İNAÇ
BAKIRKÖY KADIN KAPALI CEZAEVİ İNFAZ KURUMU
C-9 Koğuşu
Zuhuratbaba Mah. Dr. Tevfik Sağlam Cad. Lepra Hastanesi Yanı No:28
Bakırköy/İstanbul / Türkei

Briefe an Adıl:

Adıl Demirçi
Silivri 9 Nolu F tipi Kapalı Ceza İnfaz Kurumu
Semizkumlar Mahallesi Çanta Caddesi
34570 Silivri
İstanbul / Türkei

UPDATE ZU ADIL: Er wurde inzwischen aus der Haft freigelassen, darf aber Istanbul nicht verlassen. Bitte setzt Euch mit seinem Freundeskreis für die Beendigung seiner Justizkontrolle ein!

Vielen Dank an Doğan Akhanlı und Dilan Görs sowie an die Gruppe „Freiheit Jetzt!“!

Und hier findet Ihr die Tonaufnahme der Veranstaltung als Video-Datei bei Vimeo:

In Solidarität,
Euer peter

EINLADUNG 26.1.2019 – Berlin, Gethsemanekirche | Die Magie der Solidarität mit Doğan Akhanlı & Peter Steudtner

Eine ganz herzliche Einladung:

Die Magie der Solidarität

Gespräch und Lesung mit Doğan Akhanlı und Peter Steudtner

Wann: Sonnabend, 26. Januar 2019, 18: 30 Uhr | im Anschluss an die Fürbittandacht „Freiheit jetzt!“ um 18 Uhr
Wo: Gethsemanekirche, Berlin-Prenzlauer Berg, Stargarderstraße 77

Unterschiedliche Gefängnissituationen brachten den Autoren Doğan Akhanlı und den Menschenrechtsaktivisten Peter Steudtner Ende 2017 zusammen: Beide waren auf Betreiben des türkischen Staates im Herbst 2017 inhaftiert worden: Akhanlı alleine in Spanien, Steudtner mit den #Istanbul10 in der Türkei. Nach ihrer Haft trafen sie sich.
Die Prozesse gegen beide gehen in der Türkei weiter. Doğan Akhanlı verarbeitete seine Erfahrungen in dem Buch „Verhaftung in Granada“. Peter Steudtner nutzt seine Erfahrungen in der Menschenrechtsarbeit.

Solidarität haben beide während und nach der Gefangenschaft auf die unterschiedlichsten Weisen erleben dürfen. Ein Ort der Solidarität für Peter Steudtner waren die Gebete für die Freilassung der #Istanbul10 in der Gethsemanekirche, täglich um 18 Uhr und die damit verbundene Öffentlichkeitsarbeit.

Die Notwendigkeit, zu Unrecht Inhaftierten im Gebet beizustehen und sie in den noch laufenden Prozessen weiterhin zu begleiten, geht für die Gemeinde tagtäglich weiter. Ebenso spielt für Doğan Akhanlı und Peter Steudtner Solidarität weiterhin eine große Rolle und steht im Zentrum dieser Veranstaltung aus Lesung, Gespräch und konkreter Solidaritätsaktion für die noch in Haft  befindlichen Adıl Demirçi (Sozialarbeiter und Journalist. Köln), Hozan Ĉane (Sängerin, Köln) und Pelin Ünker (türkische Journalistin, die zur Verbindung der türkischen Regierung mit den Panama Papers recherchiert hatte).

Hozan Ĉanes Tochter Dilan Görs sowie Adıl Demirçis Bruder Tamer Demirçi werden mit anwesend sein!

Eine Veranstaltung der Gruppe „Wachet und Betet – Freiheit jetzt!“
„Wachet und Betet – Freiheit jetzt!“ – ist eine überkonfessionelle Initiative an der Gethsemanekirche/ Evangelische Kirchengemeinde Prenzlauer Berg Nord, die sich für die Freilassung aus politischen Gründen Inhaftierter engagiert.

Hier gibt es die Veranstaltungsankündigung (A4-Plakat) als PDF zum Ausdrucken.
Hier gibt es Handzettel (4x A6 auf DIN A4) als PDF zum Ausdrucken.
Hier gibt es die offizielle Veranstaltungsankündigung der Gemeinde.

Gefängnis-Geräusch-Geschichte(n) – Gedanken

Im Blog konntet Ihr ja die ersten Gefängnis-Geräusch-Geschichten zu den Karren hören, die den Geräusch-Alltag in den Gefängnissen Maltepe und Silivri für mich prägten.

Durch das Feedback von einigen von Euch bin ich noch einmal tiefer eingestiegen, um herauszufinden, warum mir diese Geräusch-Geschichten so wichtig sind, also die Geräusche wiederzufinden und aufzunehmen. Dadurch bin ich darauf gekommen, dass es mir auch darum geht, den türkischen Behörden zu zeigen, dass sie mir zwar im Gefängnis meine Geräte verweigern konnten, um Photos und Audio-Aufnahmen zu machen, dass sie mich aber nicht hindern konnten und können, mir diese Geräusche wiederzuholen. Und jetzt bin ich gespannt, welche anderen Geräusche mir noch im Alltag über den Weg laufen werden. Und vor allem auch, ob ich mir die photographischen Aufzeichnungen auch „zurückholen“ werden kann.

Interessant ist hierzu auch ein Artikel, den der noch in der Türkei inhaftierte Max Zirngast, ein österreichischer Journalist, Student und Aktivist, hierzu veröffentlichte. Ihr findet ihn hier. Und auf dem Blog seiner Solidaritätskampagne findet Ihr noch mehr Informationen über seinen Fall. Schicke in Gedanken viel Solidaritätsgrüße an ihn, während ich an weiteren Geräuschgerschichten arbeite.

Gefängnis-Geräusch-Geschichte #03

Liebe Alle,

hier kommt die dritte Gefängnis-Geräusch-Geschichte.

Von früh morgens bis abends das gleiche monotone Knallgeräusch. Je nach Windrichtung leiser oder lauter. Aber nie wirklich aufhörend. Wir hören es schon morgens im Bett… überlegen, was es sein könnte. Eine Interpretation: Schüsse.
Das bestätigt unser Anwalt bei einem der wöchentlichen Besuche: Die Jandarma, die türkische Art der Militärpolizei hat einen Schießstand direkt oberhalb des Gefängnisses von Silivri.
Währenddessen berichten die türkischen Zeitungen fast täglich, dass Präsident Erdoğan überlegt, die Todesstrafe wieder einzuführen. Keine gute Kombination.

Gefängnis-Geräusch-Geschichte #02

Liebe Alle!
Nach dem guten Feedback zur ersten Gefängnis-Geräusch-Geschichte kommt hier die zweite! Und weiter freue ich mich über alle Art von Feedback!

Zwei Wochen im unterirdischen Anti-Terror-Gewahrsam des Istanbuler Polizeipräsidiums Vatan. 25 Männer in 5 Zellen, die jeweils für zwei bis maximal drei Gefangene gemacht sind. Natürlich wird hier geschnarcht. Aber noch öfter reden wir hier darüber, wie schlecht wir hier schlafen können. Lange dauert es, bis die meisten einschlafen, Durchschlafen nur bis zum nächsten Zellenaufschluss, um die Chance zu nutzen, auf die Toilette zu gehen. 24 Stunden grelles Licht und Videoüberwachung. Kein Tageslicht außer während der täglichen Vorführungen im Gesundheitsposten.

Eine Nacht fällt mir das laute Schnarchen auf und dazu schießt mir der Gedanke durch den Kopf: Wie gut, wenigstens der schläft tief und fest.

So verändert sich mein Verhältnis zum Schnarchen der Anderen schlagartig: Ich bin froh, wenn die anderen gut schlafen können, gut Schnarchen können und schlafe auch selbst viel viel besser mit dem Schnarchen der Anderen. Bislang hält dieses positive Gefühl zum Schnarchen an 😉

Newsletter #04 | Dezember 2018

Liebe Unterstützer*innen!

In den letzten Tagen vor Weihnachten komme ich dazu, die ganzen Schritte der letzten Wochen innerhalb des Aufarbeitensprozesses hier zusammenzufassen. Denn es ist einiges passiert:

  • Neue Beschwerde von uns beim Europäischen Menschenrechtsgerichtshof
  • Fortschritte beim preparing4prison-Guide
  • Gedanken zu den Gefängnis-Geräusch-Geschichten
  • Teilnahme an einem Storytelling-Workshop
  • Kanzelrede und Menschenrechtspreis in der Hugenottenkirche in Erlangen

Ich wünsche Euch viele Einsichten, vielleicht eigene Ideen, auf jeden Fall viel Nachvollziehenkönnen beim Lesen dieses Newsletters!

#1 ISTANBUL10

Beschwerde vor dem Europäischen Menschenrechtsgerichtshof

Unser Anwaltsteam hat die Klage gegen die türkischen Medien, die insbesondere Ali Gharavi und mich in den ersten Wochen nach unserer Festnahme massiv als Terroristen und Spione diffamiert und vorverurteilt hatten, die vom türkischen Verfassungsgericht mit Berufung auf die Pressefreiheit abgelehnt hatte, jetzt als Beschwerde vor den Europäischen Gerichtshof für Menschenrechte gebracht. Wir sind gespannt, wie dort auf unsere zweite Beschwerde reagiert wird. Dies natürlich ganz konkret für unseren Fall, aber auch als Präzedenzfälle vor allem für türkische Menschenrechtsverteidiger*innen. Zur Zeit überlegen wir noch, ob wir auch in Deutschland gegen die hier erscheinenden türkischen Medien, die die gleichen diffamierenden Artikel publizierten, Medienklage einreichen.

#2 PREPARING4PRISON – Guide

Magdalena und ich schreiben zur Zeit die -aus unserer Sicht – Essentials für den p4p-Guide zusammen. Danach geht es daran, diese mit den Erfahrungen unserer Anwält*innen und auch anderer politischer Gefangener und deren Familien und Unterstützer*innen zu ergänzen und abzugleichen.

Die letzten Wochen haben wir viel darüber nachgedacht, wie wir die Printversion des p4p-Guides für die Bergen-Assembly im nächsten September aufbereiten wollen, welches Format da angemessen erscheint. Wir haben uns jetzt gegen eine Buchpublikation entschieden, sondern wollen eine Art „Teaser“ – visuellen Anreißer – produzieren, der die Essentials enthält und auf die Webversion verweist. So können wir gewährleisten, dass eine Printpublikation nicht schon bei Erscheinen eigentlich überholt ist und wir auch besser neue Elemente und inspirierende Geschichten aktuell einbauen können.
Hier seht Ihr eine erste Idee…

#3 AUFARBEITEN DES GELERNTEN VON UNS ISTANBUL10 UND KRISENTEAM

Seit einigen Wochen bin ich wieder mit einer ganz anderen Ebene des Lernens über unser Erlebtes beschäftigt: Gemeinsam mit forensischen Expert*innen untersuchen wir mein Handy, das sich 100 Tage in den Händen der türkischen Sicherheitsbehörden befand, und auch die Festplatte, die uns die Behörden als Beleg übergaben, welche Daten sie von mir für das gerichtliche Verfahren kopiert haben. Es gibt noch keine fertigen Ergebnisse, nur so viel, dass mein Android-Handy geöffnet wurde und das iPhone nicht. Dabei wurden wohl israelische und schwedische forensische Programme von den türkischen Behörden verwendet. Ich bin gespannt und auch beunruhigt, was bei dieser Untersuchung noch herauskommen wird.

Parallel dazu werte ich noch unseren Krisenteam-Workshop vom September und auch die Dokumentation des Krisenteams aus.

#4 CREATIVE COPING & INSPIRATION

Gedanken zu den Gefängnis-Geräusch-Geschichten

Im Blog konntet Ihr ja seit einiger Zeit die erste Gefängnis-Geräusch-Geschichte zu den Karren hören, die den Geräusch-Alltag in den Gefängnissen Maltepe und Silivri für mich prägten.

Durch das Feedback von einigen von Euch bin ich noch einmal tiefer eingestiegen, um herauszufinden, warum mir diese Geräusch-Geschichten so wichtig sind, also die Geräusche wiederzufinden und aufzunehmen. Dadurch bin ich darauf gekommen, dass es mir auch darum geht, den türkischen Behörden zu zeigen, dass sie mir zwar im Gefängnis meine Geräte verweigern konnten, um Photos und Audio-Aufnahmen zu machen, dass sie mich aber nicht hindern konnten und können, mir diese Geräusche wiederzuholen. Und jetzt bin ich gespannt, welche anderen Geräusche mir noch im Alltag über den Weg laufen werden. Und vor allem auch, ob ich mir die photographischen Aufzeichnungen auch „zurückholen“ werden kann.

Interessant ist hierzu auch ein Artikel, den der noch in der Türkei inhaftierte Max Zirngast, ein österreichischer Journalist, Student und Aktivist, hierzu veröffentlichte. Ihr findet ihn hier. Und auf dem Blog seiner Solidaritätskampagne findet Ihr noch mehr Informationen über seinen Fall. Schicke in Gedanken viel Solidaritätsgrüße an ihn, während ich diesen Newsletter schreibe.

Teilnahme an Storytelling-Workshops | Neue Werkzeuge und Ideen

Schon seit Jahren hatte ich mir vorgenommen, an den Workshops und Labortagen der Organisationsentwickler*innen von Socius teilzunehmen. Ihr diesjähriger OE-Tag (Organisation-Entwicklungs-Tag) hatte „Storytelling und Sensemaking in Organisationen“ zum Thema. Beim Lesen der Ankündigung fiel mir auf, wie viel „Geschichtenerzählen“ eigentlich gerade von mir im Leichten (persönliche Gespräche Kooperationsveranstaltungen) wie Schwierigen (Medieninterviews) gefordert wird und wie wichtig es mir ist, meine und unsere Geschichte zu erzählen, aber auch, diese noch besser, authentischer, zielführender weiterzugeben. Für mich waren vor allem die beiden Workshops zu „Lernen mit den Händen zu denken“ mit Yi-Cong Lu und „Von Narrativen, Systemen, Sedimenten, Qualitäten, Körpern und Verbindung“ mit Nicola Kriesel und Bea Schramm. Nicht verwunderlich, dass ich mich mit einigen Teilnehmer*innen in beiden Workshops wieder traf. Aus dem ersten Workshop nahm ich Impulse mit, vielleicht mit meinen Zuhörer*innen beim Geschichtenerzählen parallel etwas mit den Händen zu tun … schon beim Photographieworkshop mit Gideon Mendel war ich darauf gestoßen, dass es eine spezielle Energie entwickelt, wenn ich beim Erzählen Origamis falte …
Hier geht es zur Dokumentation des OE-Tags.

Aufruf 2 | Schickt mir Eure Solidaritätsbotschaften und Aktionen vom letzten Jahr!

Ja, ich weiß, einige von Euch haben schon reagiert…. aber… und … ich mag die anderen von Euch nochmals bitten:

Viele von Euch haben selbst Solidaritätsaktionen für mich, meine Famile, die anderen #Istanbul10 gestartet, unterstützt, mitbekommen. Haben Briefe geschrieben, an Fürbittandachten teilgenommen, Banner aufgehängt, Konzerte gespielt und gehört und vieles andere!

Vieles von dem habe ich wohl gespürt, aber nicht 1:1 mitbekommen. Das möchte ich gerne ändern! Schickt mir Kopien oder Scans von Euren Briefen (und einige viele habe ich schon – DANKE!), Fotos von Euren Aktionen oder Artikeln… Was auch immer Ihr mit mir teilen mögt und könnt, ist willkommen!

Was ich damit machen will? Zum Einen mag ich es wahrnehmen und würdigen! Zum anderen arbeite ich an einer Dokumentation der verschiedenen kleinen und großen Solidaritätsaktionen, um sie in unterschiedlichen Formen als „Tracks of Solidarity“ sichtbar zu machen. Dazu gehört zum einen eine Installation auf der BergenAssembly im nächsten Jahr: Wie Ihr aus anderen Blogbeiträgen wisst, will ich aus den druckbaren Solidaritätsbekundungen eine Hängematte flechten und knoten, in der Besucher*innen das „Tragende“ von Solidarität erfahren können, indem sie sich in diese Hängematte legen. Zum Anderen plane ich eine Art Zeitleiste, die die überwältigenden Solidaritätsaktionen parallel zu den Geschehnissen im Gefängnis, aber auch auf politischer Ebene, wirtschaftlicher Ebene etc. zeigt. In welchem Format das genau geschehen kann, das konzipiere ich gerade noch.

So schickt mir Eure Solidaritätsaktionen oder Hinweise zu anderen, von denen Ihr wisst! Gerne per Email oder auch per Post! Hier geht es zum Blogartikel zum Aufruf.

ÖFFENTLICHKEITSARBEIT & VERANSTALTUNGEN

Kommentargottesdienst und Menschenrechtspreis | 21.11.2018 Hugenottenkirche Erlangen

Schon Anfang des Jahres hatte mich Pfarrer Johannes Mann für die „Kanzelrede“ innerhalb des traditionellen Kommentargottesdienstes zum Buß- und Bet-Tag angefragt. Überrascht war ich dann von der Verleihung des mit € 1.500,- dotierten „Menschenrechtspreises der Reformierten Gemeinde Erlangen“ an mich. Meine (etwas zu lange) Kanzelrede fokussierte sich auf „Ohnmacht gibt es nicht – #unteilbar oder die Magie der Solidarität“. Zu dieser bekam ich noch beim händeschüttelnden Verabschieden am Kirchenausgang wunderbares Feedback. Und die Laudatio von Heiner Bielefeldt berührte nicht nur mich. Großen Dank an alle so großzügig und engagiert Beteiligten! Hier findet Ihr Infos auf der Gemeindewebsite und hier geht es zum Blogpost inklusive des begleitenden Artikels im Erlanger Tageblatt.

Moment Mal | Interview auf NDR 2

Rechtzeitig zum Internationalen Tag der Menschenrechte erstellten Julia Heyde de López und José López kurze Audio- und Video-Feature für den NDR2 mit Mitgliedern unserer Kirchengemeinde und mir zu den Wachet-und-Betet-Fürbitt-Andachten. Hier findet Ihr das Audio-Feature und hier das Video-Feature.

Menschenrechte #unteilbar | Titelkommentar in „Die Kirche“

Die Wochenzeitung „Die Kirche“ hatte mich eingeladen, einen Titelkommentar mit einem persönlichen Zugang zum Thema Menschenrechte zu schreiben. Hier findet Ihr den Kommentar, der auch in vielen weiteren Medien veröffentlicht wurde.

Herzliche Einladung: 25.1.2019 Gethsemanekirche | Gemeinsame Veranstaltung mit Doğan Akhanlı

Die gemeinsame Erfahrung von willkürlicher Verhaftung verbindet uns ebenso wie die Erfahrung der „Magie der Solidarität“ (O-Ton Doğan). Sein Buch „Verhaftung in Granada“ beeindruckt mich weiter und gemeinsam wollen wir eine Lese-Erzählveranstaltung zu eben dieser vielfältigen „Magie der Solidarität“ machen. Sie wird im Anschluss an die reguläre tägliche Wachet-und-Betet-Fürbitt-Andacht stattfinden. Wir freuen uns über alle, die diesen besonderen Abend mit uns teilen wollen.

So verabschiede ich mich mit vielen Gedanken, die solidarisch in Richtung aller politischer Gefangenen und ihrer Familien und Freund*innen gehen, die diese für viele besonders festlichen Tage nicht gemeinsam verbringen können. Mögen die vielen warmen Gedanken und Botschaften sie erreichen und stärken.

Euch bin ich immer wieder dankbar für die vielfältige Unterstützung und Solidarität!

In diesem Sinne wünsche ich Euch und Ihnen Allen gesegnete festliche Tage in Gemeinsamkeit und einen behüteten Jahreswechsel,

Euer

Interview in Publik Forum | „Ich habe im Gefängnis gesungen“

Bettina Röder von Publik Forum interviewte mich für die Reihe „Das Leib-und-Seele-Gespräch“ im Oktober. Jetzt ist es erschienen. Hier geht es zum Interview online (leider hinter einer PayWall ;-/ – wer es gerne lesen mag, findet hier die PDF-Version zum Download.

Teilnahme an Storytelling-Workshops | Neue Werkzeuge und Ideen

Schon seit Jahren hatte ich mir vorgenommen, an den Workshops und Labortagen der Organisationsentwickler*innen von Socius teilzunehmen. Ihr diesjähriger OE-Tag (Organisation-Entwicklungs-Tag) hatte „Storytelling und Sensemaking in Organisationen“ zum Thema. Beim Lesen der Ankündigung fiel mir auf, wie viel „Geschichtenerzählen“ eigentlich gerade von mir im Leichten (persönliche Gespräche und eigene und Kooperationsveranstaltungen) wie Schwierigen (Medieninterviews) gefordert wird und wie wichtig es mir ist, meine und unsere Geschichte zu erzählen, aber auch, diese noch besser, authentischer, zielführender weiterzugeben. Für mich waren vor allem die beiden Workshops zu „Lernen mit den Händen zu denken“ mit Yi-Cong Lu und „Von Narrativen, Systemen, Sedimenten, Qualitäten, Körpern und Verbindung“ mit Nicola Kriesel und Bea Schramm. Nicht verwunderlich, dass ich mich mit einigen Teilnehmer*innen in beiden Workshops wiedertraf. Aus dem ersten Workshop nahm ich Impulse mit, vielleicht mit meinen Zuhörer*innen beim Geschichtenerzählen parallel etwas mit den Händen zu tun … schon beim Photographieworkshop mit Gideon Mendel war ich darauf gestoßen, dass es eine spezielle Energie entwickelt, wenn ich beim Erzählen Origamis falte …

Hier geht es zur Dokumentation des OE-Tags.

Kommentargottesdienst und Menschenrechtspreis | 21.11.2018 Hugenottenkirche Erlangen

Schon Anfang des Jahres hatte mich Pfarrer Johannes Mann für die „Kanzelrede“ innerhalb des traditionellen Kommentargottesdienstes zum Buß- und Bet-Tag angefragt. Überrascht war ich dann von der Verleihung des mit € 1.500,- dotierten „Menschenrechtspreises der Reformierten Gemeinde Erlangen“ an mich. Meine (etwas zu lange) Kanzelrede fokussierte sich auf „Ohnmacht gibt es nicht – #unteilbar oder die Magie der Solidarität“. Zu dieser bekam ich noch beim händeschüttelnden Verabschieden am Kirchenausgang wunderbares Feedback. Und die Laudatio von Heiner Bielefeldt berührte nicht nur mich. Großen Dank an alle so großzügig und engagiert Beteiligten!

Hier die begleitende Berichterstattung im Erlanger Tageblatt vom 21. November 2018 als PDF zum Download.

Tanz-Photo-Video-Studien mit André Jolles und Melanie Müller | März 2018

Ja, es ist schon etwas länger her… aber gehört für mich ganz wesentlich zu meinem Prozess des Aufarbeitens: Die Haftzeit war für mich auch photographisch-künstlerisch ein Einschnitt. Bei diesen so tiefgehenden Erfahrungen standen mir meine gewohnten Werkzeuge Kamera und Aufnahmegerät nicht zur Verfügung. Ich sammelte stattdessen Listen von Bildern und Tönen in meinen Tagebüchern, aus denen heraus jetzt die Gefängnis-Geräusch-Geschichten entstehen.

Schwierig war dann für mich der Schritt wieder hinein ins professionelle dokumentierend-kreative Photographieren und Filmen: Kann ich es noch oder war der Schock zu groß? Funktioniert meine Art der Kreativität noch?

Im März lud mich ein tanzender Freund und Projektkollege André Jolles dazu ein, eine Work-in-Progress-Session zum Stück PERIOD OF SILENCE – wellbeing is resistance zu dokumentieren. Aus der Probenarbeit heraus entstand die Stop-Motion-Annimation. Und mit dem Feedback der beiden Tänzer*innen wurde mir klar: Das kann ich noch – oder wieder.  Und der Titel der Performance entwickelte sich auch aus dem gemeinsamen Schaffen  😉

Hier findet Ihr die beiden Videos auf der panphotos.org – Website.

Newsletter #03 | November 2018

Liebe Unterstützer*innen!

Jetzt ist schon wieder ein guter Monat seit dem letzten Newsletter verstrichen und es ist einiges passiert: Einiges lauter, wie der Prozesstermin am 7. November oder die Origami-Spray-Aktion, anderes leiser, wie die Fortschritte bei den verschiedenen Creative-Coping-Vorhaben. Ich freue mich, in so vielen verschiedenen Bereichen mit Euch direkt und indirekt unterwegs zu sein!

#1 ISTANBUL10

Letzte Verhandlung vom 7. November 2018 | Neue Verhandlung am 21. März 2019

Am vergangenen Mittwoch, den 7.November, fand eine erneute Gerichtsverhandlung für uns #Istanbul10 und Taner Kılıç statt. Es war die kürzeste Verhandlung, die wir bislang hatten: In nicht einmal einer halben Stunde entschieden die zum Teil neuen Richter (und neuer Staatsanwalt), dass

  • auf das Gutachten der CyberCrime-Einheit der Ermittlungsbehörden zu warten ist
  • der nächste Verhandlungstermin am 21. März 2018 stattfindet
  • Taner Kılıçs Ausreisesperre nicht aufgehoben wird
  • Taner Kılıç bei den zukünftigen Verhandlungstagen nicht mehr anwesend sein muss.

Damit geht #Istanbul10 auch 2019 weiter und das Verfahren wird mindestens noch zwei Verhandlungstermine andauern. Das kostet uns viele weitere Nerven und auch finanzielle Ressourcen – wie gut, dass wir aktuell über die MediaLegalDefenseInitiative hierin unterstützt werden! Hier geht es zur Chronologie des Verfahrens gegen uns #Istanbul10.

#2 PREPARING4PRISON – Guide

Zur Zeit arbeiten wir an den Fragen und den konkreten Schritten, um in den kommenden Monaten die unterschiedlichen Erfahrungen von (ehemaligen) politischen Gefangenen, ihren Familien und Unterstützungsgruppen und Organisationen zusammenzutragen, zu strukturieren und dann zu schauen, ob die angedachten Veröffentlichungsformate noch stimmig sind. Dabei knabbern wir vor allem auch an der Gratwanderung, was eigentlich wirklich „veröffentlicht“ werden kann oder was eher nicht irgendwo aufgeschrieben werden sollte, weil es konkretes Widerstandswissen ist und mit Veröffentlichung unwirksam werden würde.

#3 AUFARBEITEN DES GELERNTEN VON UNS ISTANBUL10 UND KRISENTEAM

Hier bin ich leider seit dem letzten Newsletter nicht weitergekommen, hoffe aber, noch vor Weihnachten konkretere Ideen zu haben, in welchen Formaten wir unsere Erfahrungen nutzbar machen können.

#4 CREATIVE COPING & INSPIRATION

Aufruf zum Mitmachen | Wer weiß, wie mensch eine Hängematte knotet oder flechtet?
Als Teil unserer Beteiligung an der BergenAssembly plane ich die Gestaltung einer Hängematte, die aus Bändern oder Strängen der Solidarität besteht: „Solidarität trägt (dich)“.
Dazu will ich die verschiedenen Solidaritätsbotschaften und Aktivititäten, die es im vergangenen Jahr gab, auf Stoff ausdrucken und in Streifen geschnitten zu einer Hängematte verflechten oder verknoten. Leider habe ich zwar im Gefängnis viel geflochten, aber bis zu einer Hängematte bin ich nicht gekommen… daher jetzt meine Frage: Kennt Ihr jemanden die schon einmal eine Hängematte geknotet oder geflochten hat? Oder etwa Ihr selbst? Dann meldet Euch bitte mit Eurem Wissen bei mir: Ich mag lernen, wie es geht.
Die Hängematte wird nur eine Seite der Solidaritätsinstallation sein. Magdalena wird einen zweiten Teil aus den Solidaritätssträngen bearbeiten, der auch die Schwierigkeiten und Herausforderungen mit Solidarität beleuchtet.  Hier geht es zum Aufruf im Blog.

Aufruf | Schickt mir Eure Solidaritätsbotschaften und Aktionen vom letzten Jahr!

Viele von Euch haben selbst Solidaritätsaktionen für mich, meine Famile, die anderen #Istanbul10 gestartet, unterstützt, mitbekommen. Haben Briefe geschrieben, an Fürbittandachten teilgenommen, Banner aufgehängt, Konzerte gespielt und gehört und vieles andere!
Vieles von dem habe ich wohl gespürt, aber nicht 1:1 mitbekommen. Das möchte ich gerne ändern! Schickt mir Kopien oder Scans von Euren Briefen (und einige viele habe ich schon – DANKE!), Fotos von Euren Aktionen oder Artikeln… Was auch immer Ihr mit mir teilen mögt und könnt, ist willkommen!
Was ich damit machen will? Zum Einen mag ich es wahrnehmen und würdigen! Zum anderen arbeite ich an einer Dokumentation der verschiedenen kleinen und großen Solidaritätsaktionen, um sie in unterschiedlichen Formen als „Tracks of Solidarity“ sichtbar zu machen. Dazu gehört zum einen eine Installation auf der BergenAssembly im nächsten Jahr: Wie Ihr aus anderen Blogbeiträgen wisst, will ich aus den druckbaren Solidaritätsbekundungen eine Hängematte flechten und knoten, in der Besucher*innen das „Tragende“ von Solidarität erfahren können, indem sie sich in diese Hängematte legen. Zum anderen plane ich eine Art Zeitleiste, die die überwältigenden Solidaritätsaktionen parallel zu den Geschehnissen im Gefängnis, aber auch auf politischer Ebene, wirtschaftlicher Ebene etc. zeigt. In welchem Format das genau geschehen kann, das konzipiere ich gerade noch.
So schickt mir Eure Solidaritätsaktionen oder Hinweise zu anderen, von denen Ihr wisst! Gerne per Email oder auch per Post! Hier geht es zum Aufruf im Blog.

Gefängnis-Geräusch-Geschichte #01

Im Blog könnt Ihr seit einigen Tagen nicht nur lesen, sondern nun auch hören: In unregelmäßigen Abständen werde ich dort Gefängnis-Geräusch-Geschichten einstellen.
Die Idee zu den Gefängnis-Geräusch-Geschichten entwickelte ich gemeinsam mit Ruben Kurschat, der mit Audio-Geschichten und -Guides viel Erfahrung hat und mich (auch) hierin unterstützt. Vielen Dank an Dich, Ruben!
Im Gefängnis kündigt sich (fast) alles erst über Geräusche an, bevor es irgendwie sichtbar wird. Schritte oder Stimmen auf dem Gang, Schlüssel im Türschloss. Positiv gesehen, sind meine Ohren dadurch wesentlich sensibler geworden. Leider gibt es auch die negative Nebenwirkung, dass ich viel schneller in „Alarmbereitschaft“ bin und auch die Differenzierung von Geräuschen in Menschenmengen mir viel schwerer fällt.
Nun will ich ein paar Geräusche vorstellen, die für mich wesentlich waren und im Alltag hier doch immer wieder in ähnlicher Form auftauchen. Lasst Eure Phantasie spielen und hört mit mir diesen Geräuschgeschichten zu! Die erste Geräuschgeschichte findet Ihr gleich hier im Blog. Ich bin gespannt auf Euer Feedback!

ÖFFENTLICHKEITSARBEIT & VERANSTALTUNGEN

Origami-Graffiti-Aktion auf dem Vaußhof: Tauben, Kraniche und Stacheldraht aus Sprayfarbe und Papier: das waren die Grundlagen für die schon länger vorbereitete Mitmachaktion auf dem Vausshof am Wochenende 20. und 21.10.2018.
Während Mika Springwald mit der Spraydose den Übergang von Stacheldraht zu Freiheit gestaltete, faltete ich gemeinsam mit den Besucher*innen des Apfelfests auf dem Vausshof Dutzende von Kranichen und Tauben als Symbole von Frieden und Menschenrechten.
Dank an Mika und den ganzen Vausshof für diese gelungene Aktion mit vielen tiefen Gesprächen zu meiner Haftzeit und der Situation von Menschenrechtsaktivist*innen weltweit rund um das Origami-Falten. Hier geht es zur Fotodokumentation der Aktion im Blog.

Dank ins Wendland für Solidaritäts-Yogawochende Ende Oktober
Die Yogalehrerin Elisabeth Hafner unterstützte meine Aufarbeiten-Zeit mit einem Yoga-Wochenende, dessen Teilnahmebeiträge sie mir spendet. Sie schrieb mir über das Wochenende:

„Das Wochenende war sehr gut, ich hatte sechs Anmeldungen, leider mußte eine Frau kurzfristig absagen, aber sie hat trotzdem das Geld überwiesen. Ich habe ihr dafür zugesichert, dass sie dafür ein anderes Yoga Wochenende kostenfrei mitmachen kann. So habe ich also das Wochenende mit fünf Teilnehmer/innen alle hier aus der Gegend gestaltet. Das war schon eine besondere Atmosphäre, denn in der Abgeschiedenheit unseres Hauses entfaltet der Yoga-Unterricht auf vielen Ebenen seine Wirkung, was sich an diesem Wochenende in sehr persönlichen und tiefen und sich gegenseitig ermutigenden Gesprächen unter den Teilnehmer/innen wieder gezeigt hat.
Liebe Grüße aus dem Wendland, dem Land in dem sich eben vieles wendet.
Deine Elisabeth“

Doch Elisabeths Unterstützung geht noch weiter, so schickte sie mir einige Yogaübungen, die hilfreich für den preparing4prison-Guide sein werden! Vielen Dank an Elisabeth und alle Teilnehmenden!

Interview in Publik Forum | „Ich habe im Gefängnis gesungen“

Bettina Röder von Publik Forum interviewte mich für die Reihe „Das Leib-und-Seele-Gespräch“ im Oktober. Jetzt ist es erschienen. Hier geht es zum Interview online (leider hinter einer Paywall ;-/ – wer es gerne lesen mag, aber keinen Zugang dort hat, melde sich bitte bei mir, ich lasse es Euch als PDF zukommen 😉

So, das war der Newsletter #03. Pendelnd zwischen den verschiedenen Ebenen des Aufarbeitens merke ich, dass diese Schritte immer wieder viel Energie verlangen. So komme ich langsamer voran, als ich dachte, aber es geht: Schritt für Schritt. Vielen Dank für Eure Unterstützung hierbei, die mir diesen langen Atem ermöglicht!
Bitte meldet Euch, wenn Ihr Fragen zum Newsletter oder dem Aufarbeiten-Prozess habt oder weitere Ideen für die „Aufarbeiten-Zeit“. Und bitte gebt ihn auch weiter, wenn Euch danach ist!
Mit vielen nachdenklichen, solidarischen und dankbaren Grüßen,
Euer

 

Gefängnis-Geräusch-Geschichte #01

Liebe Alle!

Hier im Blog könnt Ihr ab heute nicht nur lesen sondern nun auch hören:

In unregelmäßigen Abständen werde ich hier Geräuschgeschichten einstellen. Im Gefängnis kündigt sich (fast) alles erst über Geräusche an, bevor es irgendwie sichtbar wird. Schritte oder Stimmen auf dem Gang, Schlüssel im Türschloss.

Positiv gesehen, sind meine Ohren dadurch wesentlich sensibler geworden. Leider gibt es auch die negative Nebenwirkung, dass ich viel schneller in „Alarmbereitschaft“ bin und auch die Differenzierung von Geräuschen in Menschenmengen mir viel schwerer fällt.

Hier will ich ein paar Geräusche vorstellen, die für mich wesentlich waren und im Alltag hier doch immer wieder in ähnlicher Form auftauchen. Lasst Eure Phantasie spielen und hört mit mir diesen Geräuschgeschichten zu!

Die Idee zu den Gefängnis-Geräusch-Geschichten entwickelte ich gemeinsam mit Ruben Kurschat, der mit Audio-Geschichten und -Guides viel Erfahrung hat und mich (auch) hierin unterstützt. Vielen Dank an Dich, Ruben!

Die erste Geräuschgeschichte findet Ihr gleich hier:
VORHER aber noch ein Tipp zum Hören und Ansehen: Am besten funktioniert es, wenn Ihr mit Kopfhörer hört …. und lasst Euren Gedanken und Assoziationen hierzu freien Lauf!

Dieses Geräusch kommt recht häufig vor: Mülltonnen, Schubkarren, Geschirrwagen … und es erinnert mich immer wieder an die sehr ähnlichen wichtigen Geräusche im Gefängnis: Dort waren sie vor allem mit zwei Ereignissen verbunden: der Essensausgabe, die je nach ausgebendem Koch mit lautem „Yemek!“-Rufen („Essen!“) begleitet waren. VIel wichtiger und aufregender waren jedoch die Rollwagen, die für die einziehenden oder ausziehenden gefangenen genutzt wurden und sich immer mit der Hoffnung auf Freilassung verbanden. Und wenn der Wagen genau vor der eigenen Zelle hielt? Meistens fuhr er nach kurzem Stopp wieder weiter…

Ich freue mich auf Euer Feedback zu dieser ersten Gefängnis-Geräusch-Geschichte,

mit solidarischen hellhörigen Grüßen, Euer peter

Aufruf: Schickt mir Eure Solidaritätsbotschaften und Aktionen vom letzten Jahr!

Viele von Euch haben selbst Solidaritätsaktionen für mich, meine Famile, die anderen #Istanbul10 gestartet, unterstützt, mitbekommen. Haben Briefe geschrieben, an Fürbittandachten teilgenommen, Banner aufgehängt, Konzerte gespielt und gehört und vieles andere!

Vieles von dem habe ich wohl gespürt, aber nicht 1:1 mitbekommen. Das möchte ich gerne Ändern! Schickt mir Kopien oder Scans von Euren Briefen (und einige viele habe ich schon – DANKE!), Fotos von Euren Aktionen oder Artikel… Was auch immer Ihr mit mir teilen mögt und könnt, ist willkommen!

Was ich damit machen will? Zum Einen mag ich es wahrnehmen und würdigen! Zum anderne arbeite ich an einer Dokumentation der verschiedenen kleinen und großen Solidaritätsaktionen, um sie in unterschiedlichen Formen als „Tracks of Solidarity“ sichtbar zu machen. Dazu gehört zum einen eine Installation auf der BergenAssembly im nächsten Jahr: Wie Ihr aus anderen Blogbeiträgen wisst, will ich aus den druckbaren Solidaritätsbekundungen eine Hängematte flechten und Knoten, in der Besucher*innen das „Tragende“ von Solidarität erfahren können, indem sie sich in diese Hängematte legen. Zum anderen plane ich eine Art Zeitleiste, die die überwältigenden Solidaritätsaktionen parallel zu den Geschehnissen im Gefängnis, aber auch auf politischer Ebene, wirtschaftlicher Ebene etc. zeigt. In welchem Format das genau geschehen kann, daran konzipiere ich gerade noch.

So schickt mir Eure Solidaritätsaktionen oder Hinweise zu anderen, von denen Ihr wisst! Gerne per Email oder auch per Post!

Mit lieben solidarischen und neugierigen Grüßen, Euer peter

Solidaritäts-Yogawochende Ende Oktober | Dank ins Wendland!

Die Yogalehrerin Elisabeth Hafner unterstützte meine Aufarbeiten-Zeit mit einem Yoga-Wochenende, dessen Teilnahmebeiträge sie mir spendete. Sie schrieb mir über das Wochenende:

Das Wochenende war sehr gut, ich hatte sechs Anmeldungen, leider musste eine Frau kurzfristig absagen, aber sie hat trotzdem das Geld überwiesen. Ich habe ihr dafür zugesichert, dass sie dafür ein anderes Yoga Wochenende kostenfrei mitmachen kann. So habe ich also das Wochenende mit fünf Teilnehmer/innen, alle hier aus der Gegend, gestaltet. Das war schon eine besondere Atmosphäre, denn in der Abgeschiedenheit unseres Hauses entfaltet der Yoga-Unterricht auf vielen Ebenen seine Wirkung, was sich an diesem Wochenende in sehr persönlichen und tiefen und sich gegenseitig ermutigenden Gesprächen unter den Teilnehmer/innen wieder gezeigt hat. Liebe Grüße aus dem Wendland, dem Land in dem sich eben vieles wendet. Deine Elisabeth“

Doch Elisabeths Unterstützung geht noch weiter, so schickte sie mir einige Yogaübungen, die hilfreich für den preparing4prison-Guide sein werden!

Vielen Dank an Elisabeth und alle Teilnehmenden!

Aufruf zum Mitmachen | Wer weiß, wie mensch eine Hängematte knotet oder flechtet?

Als Teil unserer Beteiligung an der BergenAssembly im kommenden Jahr, plane ich die Gestaltung einer Hängematte, die aus Bändern oder Strängen der Solidarität besteht: „Solidarität trägt (dich)“. Dazu will ich die verschiedenen Solidaritätsbotschaften und Aktivititäten, die es im vergangenen Jahr gab, auf Stoff ausdrucken und in Streifen geschnitten zu einer Hängematte verflechten oder verknoten. Leider habe ich zwar im Gefängnis viel geflochten, aber bis zu einer Hängematte bin ich nicht gekommen… daher jetzt meine Frage: Kennt Ihr jemanden die schon einmal eine Hängematte geknotet oder geflochten hat? Oder etwas Ihr selbst? Dann meldet Euch bitte mit Eurem Wissen bei mir: Ich mag lernen, wie es geht.

Die Hängematte wird nur eine Seite der Solidaritätsinstallation sein. Magdalena wird einen zweiten Teil aus den Solidaritätssträngen bearbeiten, der auch die schwierigkeiten und Herausforderungen mit „zu gut gemeinter“ Solidarität beleuchtet.

Ich freue mich auf Eure Ideen und Erfahrungen, Euer peter

Voller Erfolg Ende Oktober | Apfelfest mit Mitmach-Graffiti-Origami-Aktion

Tauben, Kraniche und Stacheldraht. Aus Sprayfarbe und Papier: Das waren die Grundlagen für die schon länger vorbereitete Mitmachaktion auf dem Vausshof am Wochenende 20. und 21.10.2018.
Während Mika Springwald mit der Spraydose den Übergang von Stacheldraht zu Freiheit gestaltete, faltete ich gemeinsam mit den Besucher*innen des Apfelfests auf dem Vausshof Dutzende von Kranichen und Tauben als Symbole von Frieden und Menschenrechten.
Dank an Mika und den ganzen Vausshof für diese gelungene Aktion mit vielen tiefen Gesprächen zu meiner Haftzeit und der Situation von Menschenrechtsaktivist*innen weltweit rund um das Origami-Falten.

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2018-11-07 | Gerichtsverhandlung: Nächster Verhandlungstermin am 21. März 2019

Liebe Alle,

da war ich innerlich gerade in der Gerichtsverhandlung (sie begann heute früh um 7h30 berliner Zeit) angekommen, da war sie schon zu Ende. Das enttäuschende Ergebnis:

  • Festlegung des nächsten Verhandlungstermins auf den 21. März 2018. Begründung: Es müssen noch Berichte der Auswertung unserer digitalen Daten abgewartet werden.
  • Taner Kılıçs Reisebeschränkung (er darf die Türkei nicht verlassen) wurde NICHT aufgehoben.
  • Taner Kılıçs Anwesenheitspflicht bei allen weiteren Verhandlungsterminen wurde aufgehoben.

Das heißt, dass wir im kommenden Jahr noch mindestens zwei Gerichtsverhandlungen vor uns haben und damit in ein drittes Jahr #Istanbul10 gehen müssen.

Für mich sah der Vormittag so aus, dass Magdalena und ich neben der normalen Kinderroutine an Rechner und Handy hingen und mit unseren Anwält*innen in Kontakt waren und vor allem per Twitter den Verlauf verfolgten. Um Euch ein Bild davon zu machen, habe ich die wesentlichen Twittermeldungen mal als Bildstrecke zusammengefasst:

00_Screenshot_2018-11-07_09-22-56 01_M01_Screenshot_2018-11-07_10-10-35 02_M02_Screenshot_2018-11-07_10-11-17 03_M03_Screenshot_2018-11-07_10-12-10 04_Screenshot_2018-11-07_09-09-46a 05_M04_Screenshot_2018-11-07_10-12-10 06_M05_Screenshot_2018-11-07_10-13-16 07_M06_Screenshot_2018-11-07_10-13-16 08_M07_Screenshot_2018-11-07_10-14-19 09_M08_Screenshot_2018-11-07_10-14-19 10_M09_Screenshot_2018-11-07_10-14-19 11_Screenshot_2018-11-07_09-06-35a 12_Screenshot_2018-11-07_09-22-14 13_Screenshot_2018-11-07_09-35-32
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Dank an
@MilenaBuyum
@AndrewEGardener
@mlsaturkey
@Amnesty_de

Mit lieben, solidarischen Grüßen und ich werde die „freie“ Zeit, die ich jetzt nicht in die Prozessbeobachtung stecken muss, für weitere Nachrichten hier nutzen,
Euer peter

2018-11-07 | Morgen neuer Prozesstag

Hallo Ihr Lieben,

morgen wird um 9h30 istanbuler Zeit (7h30 berliner Zeit) der nächste Prozesstag gegen uns #Istanbul10 + Taner Kılıç beginnen.

Wieder werde ich mich dort durch das Anwaltsteam vertreten lassen, welches sich schon von Anfang an extrem zuverlässig und engagiert für uns einsetzt.

Wer dem Prozess auf Twitter folgen mag, dem seien die folgenden Hashtags empfohlen:
#Istanbul10
#TanerKilic
#AcquitThemAll
#FreeRightsDefenders

und die folgenden Mitglieder der Amnesty-Delegation vor Ort werden voraussichtlich tweeten:
@MilenaBuyum
@andrewegardner
@KateAllenAI
@ColmOCuanachain
@ClareAlgar
@stefsimanowitz
@JohnPeder

Auch ich werde sporadisch und vorsichtig unter @PeterPanphotos tweeten und evtl. auf Instagram was posten.

Hier ein Artikel von Amnesty International auf Englisch über den morgigen Tag.

Was von diesem Prozesstag zu erwarten ist? Mit allerhöchster Wahrscheinlichkeit kein Urteil. Maximal kann es laut Auskunft unserer Anwält*innen zu einem Schlussplädoyer des Staatsanwaltes kommen. Anschließend gibt es mindestens noch einen weiteren Prozesstag – höchstwahrscheinlich erst 2019.

Ich freue mich morgen über Eure guten Gedanken und wer mich kontaktieren mag, ich werde auf Signal etc. online sein 😉 und um 18h in der Gethsemanekirche die Wachet-und-Betet-Fürbitt-Andacht halten.

In aller Solidarität, Euer peter

Vor einem Jahr | Trotzdem nur verhalten feiern

Eigentlich ist mir bei dem Gedanken an die Freilassung, die auf die Gerichtsverhandlung von vor einem Jahr folgte, nach feiern zu Mute. Und gleichzeitig ist es eher ein verhaltenes Feiern, denn der nächste Gerichtstermin steht am kommenden 7. November an. Da alle (nicht vorhandenen) Beweise gesichtet, alle (sich in ihren uns belastenden Aussagen sich widersprechenden) Zeugen gehört sind, kann es alles geben: Vom Fallenlassen der Anklage bis ungerechtfertigten Verurteilungen.

So freue ich mich über alle, die heute mit mir und uns an die Verhandlung vor einem Jahr denken und bin dankbar, dass Ihr mich und uns in so unterschiedlicher Weise begleitet!

Bis ganz bald, Euer peter

PS: Und Danke an Nalan für die Zeichnung von mir vor Gericht!

Newsletter #02 (Oktober 2018)

Liebe Unterstützer*innen!

Marathon ist rund gelaufen | Auf nach Bergen |Freiheit für Adıl | Filmabend | Einladungen!

Das sind die Stichworte dieser Wochen seit dem letzten Newsletter. Die Wochen waren – neben den größeren Aktionen – vor allem mit vielen Gesprächen, Emails und Konzeptionstagen gefüllt. Aber lest selbst, was mich so beschäftigt hat und womit ich andere beschäftigt habe 😉

#1 ISTANBUL10

Mit meinen Anwält*innen ist der Kontakt zur Zeit sehr intensiv. Dies vor allem in der Vorbereitung auf die BergenAssembly, über die Ihr mehr unter #4 Creative Coping findet. Ansonsten gibt es weder Neuigkeiten zu unserem Verfahren noch zu den laufenden Beschwerdeverfahren.

Interessant war, dass die Anwält*innen sechs der Briefe an mich von der Gefängnisverwaltung ausgehändigt bekommen haben, die per Einschreiben während der Haftzeit angekommen waren. Alle anderen sind angeblich nicht angekommen. Ich hoffe immer noch sehr, dass die Gefängnisverwaltung die ganzen Briefe in ihrem Archiv oder Lager hat!

#2 PREPARING4PRISON – Guide

Das Interesse am preparing4prison-Guide nimmt zu und motiviert doll! Auch ergeben sich weitere Überschneidungen mit anderen Handbüchern, wie dem Manual über psychosoziale Begleitung der mexikanischen Organisation ALUNA: Modelo de Acompañamiento Psicosocial ALUNA. Gemeinsam mit Anderen diskutieren wir gerade eine Buchversion und eine Online-Version, die sich an der Website protestos.org orientieren könnte. Auch wird der preparing4prison-Guide eine Rolle in der BergenAssembly spielen. In den kommenden Wochen steht eine Strukturierung der möglichen Inhalte und Schwerpunktinterviews und Zusammenarbeiten zu Inhaltsbausteinen an.

#3 AUFARBEITEN DES GELERNTEN VON UNS ISTANBUL10 UND KRISENTEAM

Auf der einen Seite bin ich noch am Strukturieren und Reflektieren der Ergebnisse des ersten Reflexionsworkshops des Krisenteams und auf der anderen Seite gibt es konkrete Anfragen von Organisationen, mit uns gemeinsam aus diesen Erfahrungen zu lernen und dies in ihr Krisenmanagement einzubauen.

#4 CREATIVE COPING & INSPIRATION

Bergen – Wir kommen! Es geht los: Am vergangenen Wochenende trafen wir, d.h. Magdalena, Ali und Laressa, sowie unser Anwalt Deha, die beiden Direktor*innen des Württembergischen Kunstvereins, um unseren Beteiligung an der Kunstbiennale „BergenAssembly“ in Norwegen für 2019 vorzubereiten. Ali, Laressa, Magdalena und auch Deha planen eigene Bausteine in verschiedenen Konstellationen.

Mit Magdalena plane ich, die folgenden drei Elemente zu “produzieren”, die Ihr schon aus dem „Aufarbeiten“-Prozess kennt:
# Tracks of Solidarity [Installation]
# Preparing4Prison-Guide [Workshops + Buch + Website]
# Die Geschichten von politischen Ex-Häftlingen [animierter Dokumentarfilm]

Hier geht es zum Blogartikel über das Treffen.

Kooperation mit Mika Springwald

Mika Springwald ist ein Streetart-Künstler und Sozialarbeiter, den ich über gemeinsame Freund*innen kennengelernt habe. Seine Stencils (Ausschnitt-Technik) beeindrucken mich ob der fast dokumentarisch-fotografischen Anmutung. Für das Apfelfest auf dem Vaußhof planen wir einen ersten kleinen Workshop zusammen. Und wir nehmen uns Zeit, um zu schauen, ob er evtl. das Artwork für einen Teil meiner „Creative Coping“-Elemente, wie dem preparing4prison-guide oder den animierten Dokumentarfilm machen kann. Ich bin sehr gespannt und freue mich auf die kreative Zusammenarbeit. Hier findet Ihr mehr zu seiner Arbeit.

ÖFFENTLICHKEITSARBEIT & VERANSTALTUNGEN

BerlinMarathon: Toll war‘s! Ungefähr 50 Menschen liefen mit mir parallel zum BerlinMarathon einen Solidaritätsmarathon in einem nachgebauten Gefängnishof am Potsdamer Platz. Durch die hervorragende Zusammenarbeit mit Amnesty International wurde es eine weithin sichtbare Aktion für Menschenrechtsverteidiger*innen weltweit. Berührt haben mich die Menschen, die mit mir liefen, Amnesty-Aktive, aber auch mein „Nachbarsjunge“ aus meiner Kinderzeit, den ich seit über 25 Jahren nicht gesehen hatte (Danke Lars) oder eine ehemalige Arbeitskollegin, die auf ihrem Marathon einfach von der offiziellen Strecke abwich und mit mir drei Runden drehte (Danke Erdmute) und auch Filmkollege Steffen, der fast die ganze Zeit „einfach“ mit dabei war!
Hier findet Ihr den Link zu den Blogbeiträgen zum Marathon.

Solidaritätsveranstaltung für Adıl Demirçi: Letzten Dienstag Abend (25. September 2018) war ich gemeinsam mit Tamer Demirçi auf Einladung des Solidaritätskreises von Adıl Demirçi Teil der Solidaritätsveranstaltung in Frankfurt am Main. Über 30 Interessierte und dolle solidarische Menschen waren gekommen, um über Adıl, der seit April in der Türkei in Haft sitzt, und von mir zu hören. Beeindruckt hat mich Sarahs Poetry Slam, der einfach unter die Haut ging.

Hier findet Ihr mehr zu Adıl und der Solidaritätskampagne auf Facebook. Bitte seid in Gedanken, mit Briefen und anderen Solidaritätsaktionen dolle bei ihm und seiner Familie!

Türkische Filmreihe in Berlin: Die Wachet-und-Betet-Gruppe der Gethsemanekirche zeigt in Zusammenarbeit mit dem Kino Colosseum in der Schönhauser Allee in Berlin eine türkische Filmreihe. Hier findet Ihr die noch kommenden Termine. Am 26.9. wurde der Film „Ivy“ des Regisseurs Tolga Karaçelik von 2015 gezeigt. Eine beklemmende Parabel zur aktuellen politischen Situation in der Türkei. Im anschließenden Filmgespräch mit dem Publikum näherten Markus Wolfgram von „Wachet und Betet!“ und ich uns der Verbindung zwischen der heftigen Filmsprache und meinen Erfahrungen an. Hier geht es zum Blogartikel mit einem Pressebericht dazu.

EINLADUNGEN & AUSBLICKE

Friedenspreis für EIRENE: Eirene e.V. erhält kommenden Mittwoch, am 9. Oktober den Evangelischen Friedenspreis in Berlin verliehen. Der eigentlich Friedrich Siegmund Schultze-Förderpreis für gewaltfreies Handeln der Evangelischen Arbeitsgemeinschaft für Kriegsdienstverweigerung und Frieden genannte Preis wird. Ich wurde für die Laudatio angefragt und freue mich, die unterschiedlichen Ebenen der Friedensarbeit Eirenes mit dem Inhalt des Preises würdigen zu dürfen. Eine herzliche Einladung für den 9.10. um 18h00. Mehr Informationen auch zur Anmeldung hier.

Friedenssteele & Spray-Aktion auf dem Vaußhof: Der Künstler und Sozialarbeiter Mika Springwald (siehe oben) wird (mit mir zusammen) eine Spray-Stencil-Origami-Aktion zum Apfelfest des Vaußhofes rund um den 21. Oktober machen. Inspiriert vom Logo der #FreeIstanbul10-Kampagne, das Gregor Zielke entwickelte (D A N K E) und von den Origamis, die ich noch im Gefängnis anfing zu falten und die zu diversen Aktionen führten, entwickeln wir die kreativen Vorlagen. Ich freue mich schon jetzt über die motivierenden und inspirierenden Vorbereitungen und natürlich noch mehr, wenn ich Euch auch auf dem Vaußhof treffe. Eine herzliche Einladung! Hier findet Ihr die Aktion auf der Facebook-Seite des Vaußhofes.

So, das war der zweite Newsletter. Ich hoffe, dass er für Euch interessant war. Bitte meldet Euch, wenn Ihr Fragen dazu habt oder weitere Ideen für die „Aufarbeiten-Zeit“; und bitte gebt ihn auch weiter, wenn Euch danach ist!

Mit vielen solidarischen und dankbaren Grüßen,

Euer

PS: Hier findet Ihr den Newsletter#02 als PDF-Download

Friedenspreis für EIRENE | 9. Oktober 2018 in Berlin | UPDATE Dokumentation

Eirene e.V. erhält kommenden Mittwoch, am 9. Oktober den Evangelischen Friedenspreis in Berlin verliehen. Der eigentlich Friedrich Siegmund Schultze-Förderpreis für gewaltfreies Handeln der Evangelischen Arbeitsgemeinschaft für Kriegsdienstverweigerung und Frieden genannte Preis wird. Ich wurde für die Laudatio angefragt und freue mich, die unterschiedlichen Ebenen der Friedensarbeit Eirenes mit dem Inhalt des Preises würdigen zu dürfen. Eine herzliche Einladung für den 9.10. um 18h00. Mehr Informationen hier.

Und seit kurzem gibt es auch die Dokumentation der Preisverleihung und meiner Laudatio auf EIRENE: